Dr. Nadir Weber

Projektleiter SNF-Ambizione

Abteilung für Neuere Geschichte

Telefon
+41 31 631 33 07
E-Mail
nadir.weber@hist.unibe.ch
Büro
D 113, Unitobler, Muesmattstrasse 45
Postadresse
Universität Bern
Historisches Institut
Länggassstrasse 49
3012 Bern
Seit 8/2019 Leiter des SNF Ambizione-Projekts "Falken in der Höfischen Gesellschaft" am Historischen Institut, Universität Bern
9/2018 Karl Ferdinand Werner Fellow am Deutschen Historischen Institut Paris
8/2018 - 7/2019 Professeur remplaçant an der Section d'histoire der Université de Lausanne (Vertretung von Prof. Dr. Béla Kapossy)
4/2018 - 7/2018 Oberassistent an der Abteilung für Neuere Geschichte
2/2016 - 3/2018  ZIF Marie Skłodowska-Curie 2-year Postdoctoral Fellow an der Universität Konstanz (Zukunftskolleg und Fachbereich für Geschichte und Soziologie, Lehrstuhl Prof. R. Schlögl)
10/2015 - 1/2016 Visiting Fellow an der Ecole Pratique des Hautes Etudes Paris und am Centre de Recherche du Château de Versailles
10/2014 - 9/2016 Gastforscher am Historischen Seminar der Ludwigs-Maximilians-Universität München
10/2014 - 1/2016 Early Postdoc.Mobility-Stipendiat des Schweizerischen Nationalfonds
11/2013 CAS in Hochschullehre / Higher Education an der Universität Bern
10/2013 Promotion an der Phil.-hist. Fakultät der Universität Bern
10/2012 - 9/2014 Wissenschaftlicher Assistent an der Abteilung für Neuere Geschichte
3/2010 - 5/2010 Stipendiat der Stiftung Preußischer Kulturbesitz am GStA PK in Berlin-Dahlem
10/2009 - 9/2012 Mitarbeiter im SNF-Forschungsprojekt "Verstaatlichung von Aussenbeziehungen", zusätzliche Anstellungen als wissenschaftlicher Assistent an der Abteilung für Neuere Geschichte
2007 - 2013 Förderung durch die Schweizerische Studienstiftung
1/2006 - 7/2009 Hilfsassistent und Tutor an der Abteilung für Neuere Geschichte
2004 - 2009 Studium der Geschichte und Soziologie in Bern und Paris
  • Aussenbeziehungen und Herrschaftspraxis im 17. und 18. Jahrhundert
  • Politische Sprache und Kultur frühneuzeitlicher Republiken
  • Adel, Hof und höfische Gesellschaft
  • Mensch-Tier-Beziehungen in der Frühen Neuzeit
  • Geschichte Frankreichs, der Eidgenossenschaft und der preussischen Monarchie

Falken und andere Tiere in der Höfischen Gesellschaft

Postdocprojekt

Aufbruch zur Beizjagd am französischen Königshof um 1710 / Departure for a falconry party at the French Royal Court, 1710

Das Projekt untersucht die sozialen und medialen Rollen von Falken, die an Fürstenhöfen des 17. und 18. Jahrhunderts lebten. An den wechselhaften Lebensverläufen der Greifvögel, die hoch im Norden oder auf Mittelmeerinseln gefangen wurden, um via Handel oder Diplomatie an die Höfe zu gelangen und dort von Experten zu Jagdzwecken abgerichtet zu werden, zeigen sich Zirkulationsphänomene, die verschiedene Regionen Europas sowie zahlreiche Menschen und Tiere miteinander in Beziehung setzten. In den Beizjagden vor versammeltem Hof wurden Herrschaftskonzepte zum Ausdruck gebracht, offenbarten sich aber auch die Grenzen von Zähmung und Domestikation. Gegen die verbreitete Sichtweise, die für die Frühe Neuzeit einen kontinuierlichen Niedergang der Jagd mit Falken postuliert, setzt die Studie die Hypothese eines „zweiten goldenen Zeitalters der Falknerei“. Dieses manifestierte sich u.a. im Ausbau und der Professionalisierung fürstlicher Falknereien, in einer intensivierten Text- und Bildproduktion sowie im Aufbau einer komplexen Logistik zur ständigen Versorgung mit Greifvögeln und nahm erst mit der Französischen Revolution ein jähes Ende. Wie die Pferde, Hunde oder Fasanen, die in fürstlichen Schlössern und Parks lebten, waren Falken integraler Bestandteil einer europaweiten sozialen Figuration, die sich über Interaktionen unterschiedlichsten Typs und deren medialen Übersetzungen konstituierte.

Förderung:

Studien zu den Rollen von Tieren am Fürstenhöfen wurden gefördert durch ein Mobilitätsstipendium des Schweizerischen Nationalfonds (SNF) und ZIF Marie Skłodowska-Curie Postdoctoral Fellowship an der Universität Konstanz. Im August 2018 erfolgte die Zusprache eines SNF Ambizione Grants für das Projekt „Falken in der Höfischen Gesellschaft: Interspezifische Interaktionen und symbolische Repräsentation von Königsherrschaft in Europa (17. und 18. Jahrhundert)“ (angesiedelt an der Universität Bern, Dauer 3 Jahre, August 2018 bis Juli 2021).

Falcons and Other Animals in Court Society, Seventeenth and Eighteenth Centuries

The project reconstructs the social and medial roles of falcons that lived in early modern princely courts. The life courses of the raptors that were caught in Northern Europe or on Mediterranean islands, then passed through commercial and diplomatic networks to Europe’s dynastic centres where they were trained by experts to serve as hunting assistants, give us insights into patterns of circulation that connected various regions of Europe, as well as various human and non-human beings. The public hunts in front of the assembled court were meant to represent concepts of rulership, but also reveal the limits of control and domestication. Against the established narrative of a steady decline of falconry in the age of fire arms, the project establishes and tests the hypothesis of a second golden age of falconry. This golden age was largely initiated by rulers and their courts and manifested itself in an increasing professionalization of the princely falconries, in vibrant textual and visual discourses, and in differentiated networks for the traffic of living birds. It came to a sudden end in the years of the French Revolution. Like the horses, dogs or pheasants that lived in princely castles and parks, falcons were an integral part of a European court society that constituted itself through interactions and medial translations.

Sponsorship

Between 2014 and 2018, my studies in the roles of animals in early modern courts were sponsored thanks to an Early Postdoc.Mobility fellowship of the Swiss National Science Foundation for research stays at the LMU Munich and the EPHE Paris, and a ZIF Marie Skłodowska-Curie Postdoctoral Fellowship at the University of Konstanz. In 2018, my project Falcons in Court Society: Interspecies Interactions and the Symbolic Representation of Royalty in Europe, Seventeenth and Eighteenth Centuries was awarded an Ambizione Grant by the SNSF, hosted at the University of Bern (duration 3 years, from August 2019 to July 2022).

10/2014 Fakultätspreis für die beste Doktorarbeit an der Phil.-hist. Fakultät der Universität Bern 2013-14
5/2012 Prix-Jubilé (Nachwuchspreis) der Schweizerischen Akademie der Geistes- und Sozialwissenschaften