Dr. Sebastian Steiner

Assoziierter Forscher

Dozentur Segesser

E-Mail
sebastian.steiner@hist.unibe.ch
Postadresse
Universität Bern
Historisches Institut
Länggassstrasse 49
3012 Bern


 

2018-2021 Leiter Koordination Leitbibliothek Bundesverwaltung / Leiter Benutzerservices, Bibliothek am Guisanplatz (Schweizerische Bundesverwaltung)
2018 Assistent für Neueste Geschichte und Zeitgeschichte, Universität Bern
2013 - 2017 Mitarbeit im Forschungsprojekt „Die Schweiz im Ersten Weltkrieg: Transnationale Perspektiven auf einen Kleinstaat im totalen Krieg“. Abschluss der Dissertation „Zwischen Krieg und Frieden. Die schweizerische Militärjustiz 1914-1921“ (summa cum laude).
2012 Masterabschluss in Neueste Geschichte und Zeitgeschichte (Prof. Dr. Stig Förster): „Kollaboration oder Kooperation? Der innere Mechanismus der imperialistischen Machtausübung in Hyderabad und Poona (1795-1818)“
  • Schweizer Sozial-, Rechts- und Kulturgeschichte des 19. und 20. Jahrhunderts
  • Juristische Zeitgeschichte
  • Erster Weltkrieg
  • Geschichte Indiens und des britischen Empire

Steiner, Sebastian, Unter Kriegsrecht. Die schweizerische Militärjustiz 1914–1921, Zürich 2018.

Militärisch blieb die Schweiz zwar von den zerstörerischen Auswirkungen des Ersten Weltkriegs verschont. Die zunehmend intensivere Kriegführung wirkte sich aber stark auf den neutralen Kleinstaat aus. Dessen Exekutivorgane wurden mehr gestärkt als in manchen kriegführenden Ländern, sodass von einer Implosion des Verfassungsrechts gesprochen werden muss. In diesem staatlichen Ausnahmezustand, dem sogenannten Vollmachtenregime, spielte die Militärjustiz eine zentrale Rolle.

Untersucht wird die Militärjustiz in einem demokratischen Rechtsstaat, der stark eingeschränkt war. Der Bundesrat übertrug die Ahndung von Vergehen gegen die meisten seiner Notrechtsbeschlüsse zwischen 1914 und 1920 der Militärgerichtsbarkeit, wodurch diese in Bezug auf ein ganzes Spektrum von Delikten auch für die Zivilbevölkerung zuständig wurde. Die Militärjustiz wurde damit zur Basis einer neuen Rechtsordnung, die keineswegs statisch blieb, sondern eine Entwicklung nahm, die tief in die zivile Gesellschaft hineinreichte. Sie wirkte nicht nur als Zentralinstanz zur Festigung und Förderung der Disziplin in einer durch Drill und Schikanen strapazierten Truppe. Vielmehr war sie auch Mittel und Ursache für Skandalisierungsdynamiken im öffentlichen Raum sowie Kristallisationspunkt für sozialen Protest und diente im Gegenzug als Instrument der Einschüchterung und Zurückdrängung der Arbeiterbewegung. Der Autor zeigt, gestützt auf eine reiche Quellenbasis, dass es bei den damit verbundenen Auseinandersetzungen um weit mehr ging als nur um den Modus Operandi einer Sondergerichtsbarkeit.
Mehr

Steiner, Sebastian, „Geist der Rache“ oder „Geist der Verständigung“? Die Militärjustiz und der Landesstreik, in: Christian Koller, Roman Rossfeld, Brigitte Studer (Hgs.), Der Landesstreik. Die Schweiz im November 1918, Basel 2018, S. 152-166.

Steiner, Sebastian, „Oberstenaffäre“, in: Ute Daniel, Peter Gattrell, Oliver Janz et al. (Hg.), 1914-1918-online. International Encyclopedia of the First World War, http://dx.doi.org/10.15463/ie1418.10909, eingesehen am 18. Oktober 2016.

Steiner, Sebastian, Rezension zum Buch: Konrad J. Kuhn, Béatrice Ziegler (Hg.), Der vergessene Krieg. Spuren und Traditionen zur Schweiz im Ersten Weltkrieg, Baden 2014, in: traverse, Zeitschrift für Geschichte 1 (2015), S. 186–188.

Steiner, Sebastian, Rezension zum Buch: Kreis, Georg, Insel der unsicheren Geborgenheit. Die Schweiz in den Kriegsjahren 1914–1918, Zürich 2014, in: H-Soz-Kult, www.hsozkult.de/publicationreview/id/rezbuecher-22111, 23. Mai 2014.

  • Institutspreis für die beste Dissertation 2016/2017