Dr. Stefan Rindlisbacher

Senior Scientist

Abteilung für Wirtschafts-, Sozial- und Umweltgeschichte

E-Mail
stefan.rindlisbacher@unibe.ch
Büro
D 310, Unitobler, Muemattstrasse 45
Postadresse
Universität Bern
Historisches Institut
Länggassstrasse 49
3012 Bern
seit 2024 Postdoc.Mobility-Rückkehrbeitrag des SNF am Historischen Institut der Universität Bern und Postdoktorand am Departement für Zeitgeschichte der Universität Fribourg im SNF-Forschungsprojekt «Counter Media: Periodicals of the New Left and the New Right»
2022 – 2023 Postdoc.Mobility Stipendium des SNF am Leibniz-Zentrum für Zeithistorische Forschung Potsdam und Institut für Zeitgeschichte der Universität Wien mit dem Forschungsprojekt «Die ökologische Neue Rechte in Deutschland, Österreich und der Schweiz (1970-2000)»
März 2021 Promotion an der Universität Fribourg mit der Arbeit «Vegetarisch essen, nackt baden und im Grünen wohnen: Lebensreform in der Schweiz (1850-1950)»
2019 – 2020 Ko-Kurator der Ausstellung «Lebe besser! Auf der Suche nach dem idealen Leben» im Bernischen Historischen Museum
2017 – 2021 Wissenschaftlicher Mitarbeiter und Lehrbeauftragter am Departement für Zeitgeschichte der Universität Fribourg
2014 – 2017 Doktorand am Departement für Zeitgeschichte der Universität Fribourg im SNF-Forschungsprojekt «Die Lebensreformbewegung in der Schweiz im 20. Jahrhundert»
2007 – 2013 Studium der Zeitgeschichte und der Germanistischen Literaturwissenschaft an der Universität Fribourg und der Freien Universität Berlin
  • ​​​Soziale Bewegungen, alternative Milieus und Lebensstile
  • Rechtsextremismus und «Neue Rechte»
  • Körper-, Gesundheits- und Medizingeschichte
  • Ernährungs- und Konsumgeschichte
  • Umweltgeschichte

«Die ökologische Neue Rechte in Deutschland, Österreich und der Schweiz (1970-2000)»

Im Rahmen eines SNF-Postdoc.Mobility Stipendiums; Februar 2022 – Januar 2025

Der Natur- und Umweltschutz gilt gemeinhin als typisch linkes Anliegen. Aktuell versuchen aber auch die sogenannten Neuen Rechten, ökologische Themen für die extreme Rechte nutzbar zu machen und zugleich die Legitimität linker Parteien und Bewegungen als Trägerinnen ökologischer Politik infrage zu stellen. Tatsächlich wurden Natur- und Umweltschutzbestrebungen aber schon seit dem 19. Jahrhundert mit rassistischen, antisemitischen und sozialdarwinistischen Anschauungen und Forderungen verknüpft. Während sich die Geschichtsforschung bereits ausführlich mit dem Naturschutz in völkischen, faschistischen und nationalsozialistischen Bewegungen auseinandersetzte, wurden die Aktivitäten der extremen Rechten in den neuen Umweltschutzbewegungen nach 1945 bisher wenig beachtet. Das vorliegende Forschungsprojekt interessiert sich nicht nur für die Kontinuitäten dieser «ökologischen Rechten» nach 1945, sondern fragt auch nach den generationalen Umbrüchen, ideologischen Neuausrichtungen und politischen Kooperationsversuchen im Kontext der ökologischen Wendezeit und dem Wertewandel der 1970er und 1980er Jahre. Dazu werden sowohl rechtsökologische Umweltschutzgruppen wie der «Weltbund zum Schutze des Lebens» untersucht, die sich mehrheitlich aus ehemaligen Nationalsozialist:innen zusammensetzen, als auch neurechte Alternativmedien wie «Wir selbst», «Neue Zeit» oder «Laser», die den Anschluss ans Alternativmilieu und die «Neue Linke» suchten.