Historisches Institut

Forschung Ordinariat Richers

Nukleare Technopolitik in der Sowjetunion

Forschungsprojekt Ordinariat Richers in Kooperation mit den Universitäten Heidelberg und Tübingen
März 2017 bis Februar2020
Finanziert durch den Schweizerischen Nationalfonds und die Deutsche Forschungsgemeinschaft


"Nukleare Technopolitik in der Sowjetunion" ist ein Forschungsverbund zur sowjetischen Nukleargeschichte mit Stützpunkten in Tübingen, Heidelberg und Bern. Das Projekt mit einer Laufzeit von 2017–2020 wird gefördert von der Deutschen Forschungsgemeinschaft und dem Schweizerischen Nationalfonds.

Wie keine andere Technologie veranschaulicht die Atomkraft die Ambivalenz der Hochmoderne. In der Geschichte der Sowjetunion spielte sie eine herausragende Rolle, indem sie anfangs ihren Aufstieg zur Supermacht beschleunigte und ihre Zukunftsvisionen bestärkte, später dann aber unter dem Eindruck der Katastrophe von Tschernobyl ihren Niedergang vorantrieb.

Vor diesem Hintergrund ist die sowjetische Nukleargeschichte seit dem Zerfall der UdSSR sowohl in der breiten Öffentlichkeit wie auch in der Forschung auf lebhaftes Interesse gestoßen. Die frühe Forschung konzentrierte sich stark auf „Stalin und die Bombe“ (D. Holloway), während neuere Studien sich besonders mit der Tschernobyl-Katastrophe, ihrer Vorgeschichte und ihren Konsequenzen auseinandersetzen. Gleichzeitig hat die Entwicklung des sowjetischen und postsowjetischen Nuklearsektors, dessen Forschungs- und Produktionsinfrastruktur sowie seiner internationaler Verflechtung der 1960er und 1970er Jahre sowie nach 1991 weit weniger Aufmerksamkeit erhalten. Die vier vernetzten Projekte, die das NucTechPol-Forschungscluster bilden, werden dazu beitragen, diese Leerstellen mit substantiellen Forschungserträgen auszufüllen.

Alle vier Teilprojekte machen sich das Potential der Nukleargeschichte zunutze, Schlüsselerkenntnisse zur komplexen Vernetzung von Technologie, Politik, Gesellschaft und Umwelt zu generieren, die für die Ära der Hochmoderne kennzeichnend ist.

Weitere Informationen auf der NucTechPol Homepage