Keller, Katrin

Militärunternehmertum & Verflechtung

Militärunternehmertum der Orte während der Regierungszeit König Ludwigs XIV. von Frankreich (1643-1715)

Teilprojekt B nimmt das Militärunternehmertum der Orte während der Regierungszeit König Ludwigs XIV. von Frankreich (1643-1715) in den Blick. Dieser Untersuchungszeitraum eignet sich wegen der damals steigenden Mächtekonkurrenz und hohen Bellizität in Europa sowie wegen der wachsenden aussen- und konfessionspolitischen Spannungen zwischen der Krone Frankreich und den reformierten eidgenössischen Orten für eine vergleichende Analyse der heterogenen Interessenlagen und variierenden Handlungsspielräume von Militärunternehmern. Das Verhältnis zwischen den Orten und der Krone Frankreich als zwei ungleichen Allianzpartnern wurde in der Regierungszeit Ludwigs XIV. durch Truppenentlassungen am Ende des Dreissigjährigen Krieges, durch schwierige Verhandlungen um die Erneuerung der Allianz (1663, 1715), den Wandel der Heeresverfassung (Übergang zu stehenden Heeren 1671; Verpflichtung von Freikompanien), durch den kapitulationswidrigen Einsatz von Schweizer Einheiten in Offensivkriegen (Krieg gegen die Niederlande), durch Ludwigs expansive Übergriffe in die eidgenössische Interessensphäre (Annexion der Freigrafschaft Burgund 1674 und Strassburgs 1681), durch die Vertreibung der Hugenotten sowie die steigenden Schulden der Krone bei den Orten stark belastet.

Vier Dissertationen untersuchen im Teilprojekt B Einzelakteure und Familien, die als Militärunternehmer für die französische Krone tätig waren und wegen ihrer Herkunft, ihres Standes, ihrer (konfessions)politischen Loyalitäten und ihrer persönlichen Karriereverläufe mit variierenden Herausforderungen konfrontiert wurden. Die vier Studien analysieren die Handlungsweisen der Militärunternehmer und eidgenössischen Obrigkeiten konsequent auch aus der Sicht der französischen Akteure (König, Minister, Höflinge, Ambassador).

Drei der vier geplanten Dissertationen sollen durch den SNF finanziert werden. Die Dissertation 1 zu Johann Peter Stuppa ist integraler Bestandteil des Gesamtprojekts, wird aber aus einer anderen Quelle finanziert.