Eine Frage der Ungerechtigkeit? Sklaverei und Freiheitsdiskurse zwischen Antike und Moderne

Finanziert durch den Schweizerischen Nationalfonds (2012-2016)
 

Leitung

Mitarbeitende

Das internationale Verbot des Sklavenhandels und der Sklaverei im Jahre 1926 unter der Ägide des Völkerbundes etablierte das Recht auf persönliche Freiheit als völkerrechtliche Norm. Nur wenige Jahrhunderte zuvor war die Koexistenz von freien und unfreien Menschen in weltweit nahezu allen Gesellschaften eine kaum hinterfragte Selbstverständlichkeit. Das Projekt greift die Frage auf, durch welche Transformationen dieses universelle Prinzip des ungleichen Freiheitsstatus durch den heute ebenso selbstverständlichen Grundsatz von Freiheit als allgemeinem Menschrecht abgelöst werden konnte. Es verfolgt die Geschichte der Verbindung zwischen persönlicher Freiheit und den Begriffen Recht und Gerechtigkeit von den antiken Kulturen des Mittelmeerraums bis ins 20. Jh. Das Projekt untersucht diese Fragen in vier Teilprojekten zu den folgenden Problemstellungen: Der Widerspruch zwischen religiösen Gleichheitsvorstellungen und Sklaverei in den christlichen Debatten und Praktiken der ersten drei Jahrhunderte; die Entwicklung der kaiserlichen Gesetze zu Sklavereifragen zwischen Konstantin und Justinian; der Umgang mit der Versklavung von Moriscos und Indios als Mittel königlicher Politik im Spanien des 16. Jh.; die Verknüpfung von Gerechtigkeits- und Freiheitsbegriffen in den Auseinandersetzungen um das Sklavereiverbot in den ersten Jahrzehnten des 20. Jh.