M.A. Fabian Lüscher

Doktorand

Ordinariat Richers

E-Mail
fabian.luescher@hist.unibe.ch
Büro
D 115, Unitobler, Muesmattstrasse 45
Postadresse
Universität Bern
Historisches Institut
Länggassstrasse 49
3012 Bern
Seit 2014 Assistent für Neueste und Osteuropäische Geschichte am Lehrstuhl von Prof. Dr. J. Richers.
2011 - 2013 Hilfsassistent am Institut für slavische Sprachen und Literaturen der Universität Bern.
2008 - 2014 Studium der Geschichte und der Osteuropastudien an der Universität Bern.
  • Geschichte der Sowjetunion
  • Geschichte des Kalten Kriegs
  • Netzwerke sowjetischer Atomwissenschaftler
  • Geschichte der sowjetischen Dissidentenbewegung

Laufendes Forschungsprojekt

Nuklearer Internationalismus im Kalten Krieg. Sowjetische Akteure, Netzwerke und Wissenstransfer

Illustration zum Artikel: V. Mezencev, Lenin videl buduščee, Znanie – sila 1961 (4), S. 1-3, hier: S. 3

Ziel des Dissertationsprojekts ist die Untersuchung von Arbeits- und Lebenswelten sowjetischer Akteure in internationalen Wissenschaftsnetzwerken. Blockübergreifender Informationsaustausch und wissenschaftliche Zusammenarbeit blieben im brisanten Forschungsfeld der Kernenergie über viele politische Zäsuren hinweg möglich. Mit Hilfe von persönlichen Nachlässen und vereinzelt zugänglichen Verwaltungsakten soll die Funktionsweise (innere Beschaffenheit, Ansprüche, Intentionen, Kommunikationswege etc.) und Strahlkraft (Wirkungsmacht, Repräsentation, Würdigung, Erinnerung etc.) des nuklearen Internationalismus mit besonderem Fokus auf sowjetische Akteure untersucht werden. Während für die internationale Abrüstungslobby der Atomwissenschaftler einige ausführliche geschichtswissenschaftliche Studien vorliegen, wurde den vordergründig politikfreien Kontaktzonen rund um die „friedliche Atomenergienutzung“ wenig Aufmerksamkeit geschenkt. Die Arbeits- und Lebenswelten von Atomwissenschaftlern waren häufig sehr facettenreich. Je nach Kontext mussten die hier fokussierten Akteure ihr eigenes Handeln flexibel den gegebenen Umständen anpassen, um weder die eigene Position, noch die angestrebte wissenschaftliche Kooperation oder gar den vielzitierten wissenschaftlich-technologischen Fortschritt zu gefährden. Freund- und Feindschaften, politische und moralische Überzeugungen, Vorstellungen eines grenzüberschreitenden wissenschaftlichen Ethos und die oftmals wettkampfartig ausgetragene Systemkonkurrenz gehörten ebenso zu den Lebenswelten sowjetischer Atomwissenschaftler, wie die politische Lobbyarbeit, der Umgang mit Geheimhaltungsverpflichtungen  oder die einprägsamen Erlebnisse während ausgedehnten Konferenz- und Verhandlungsreisen. Die Analyse dieser interkontextuellen Lebenswelten wird Handlungsoptionen und Sinnkonstruktionen einzelner Akteure offenlegen und dadurch Erkenntnisse über die übergeordneten Systeme der atomwissenschaftlichen Netzwerkbildung ermöglichen.

2015 – 2016: Vorsitzender der Mittelbauvereinigung des Historischen Instituts der Universität Bern