Profil des Historischen Instituts

Das Historische Institut besteht aus dem Direktorium, der Geschäftsführung und seinen sieben Abteilungen. Seine Tätigkeit ist im Organisationsreglement des Historischen Instituts geregelt.


Derzeit verfügt das Institut über zehn Professuren, so dass ein sehr breites Lehrangebot zur Verfügung gestellt werden kann. In Lehre und Forschung werden ausgehend von der griechisch-römischen Antike über die mittelalterliche Geschichte bis hin zur Frühen Neuzeit und der Neuesten Geschichte alle Epochen abgedeckt. Die Schweizer Geschichte vor und nach 1800 ist dabei ebenso durch eigenständige Professuren vertreten wie die iberische und lateinamerikanische Geschichte und die Wirtschafts-, Sozial- und Umweltgeschichte, wobei letztere in Zusammenarbeit mit dem Oeschger Center der Universität einen besonderen Schwerpunkt in der Klimageschichte setzt. Die Geschichte transnationaler Verflechtungen bildet einen der Schwerpunkte des Instituts.
Die auf drei Jahre angelegten Bachelorstudienprogramme setzen den Akzent in jeweils unterschiedlicher Gewichtung auf Methoden- und Theoriefragen sowie auf die Vermittlung von Grundlagen- und Überblickswissen. Die auf zwei Jahre angelegten Masterstudienprogramme dienen der Vertiefung des Methodenwissens und der empirischen Kenntnisse sowie in den Studienprogrammen Major und Mono insbesondere der Befähigung zu eigenständiger wissenschaftlicher Arbeit. Im Mittelpunkt der Doktoratsausbildung steht die selbständige Bearbeitung eines Forschungsprojekts.

Inhaltliche Schwerpunkte

Das Historische Institut der Universität Bern verknüpft als einziges Institut dieses Faches in der Deutschschweiz den Ansatz einer erneuerten politischen Geschichte mit Erkenntnissen aus der Kultur- und Geschlechtergeschichte sowie der Wirtschafts-, Sozial- und Umweltgeschichte.

  • Thematisch lautet der Schwerpunkt: Sozial- und Kulturgeschichte des Politischen
  • Räumlich bezieht sich der Schwerpunkt auf: die europäische Geschichte in globalen Kontexten
  • Kulturell berücksichtigt das Historische Institut neben den deutsch- und englischsprachigen äquivalent auch die romanischen (insbesondere frankophonen und italienischen) und deutschsprachigen historiographischen Traditionen

Diese Orientierung trägt folgenden Kriterien Rechnung:

  1. dem zentralen Standort der Schweiz in Europa an der Kreuzung verschiedener Kulturen, Sprachen und Verkehrswege und als Sitz vieler internationaler Organisationen
  2. dem Standort der Universität Bern in der Bundesstadt mit ihrem Bedarf an Wissen für Politik und Verwaltung
  3. den Möglichkeiten des Anschlusses, der Vernetzung und der Zusammenarbeit in interdisziplinärer, interfakultärer und interuniversitärer Hinsicht
  4. der thematischen und methodologischen Vielfalt der inhaltlichen Schwerpunkte:
  • Herrschaftssysteme, Staatlichkeit und Gouvernementalität
  • Verhältnis zwischen Nationalstaat und Bürger/innen
  • Diktaturen im 20. Jahrhundert
  • Aussenbeziehungen in sozial-, kultur- und geschlechtergeschichtlicher Perspektive
  • Transnationaler Austausch (Migration, Diaspora, Handel, u.a. im Mittelmeerraum)
  • Globalisierung, internationale Organisationen, Grenzen
  • Krieg, Militär, Gewalt im weiteren Sinne einschl. Zwangsmigration
  • Europäische Expansion, Imperialismus und Kolonialismus
  • Gender, Politik und Wissen
  • Kultur- und Sozialgeschichte des Ökonomischen
  • Soziale Bewegungen
  • Soziale Transformationsprozesse, besonders im ländlichen Raum
  • Adelskultur
  • Kirche und Religion
  • Umwelt- und Klimageschichte
  • Verkehrsgeschichte
  • Bildungssozialgeschichte und die gelehrte Welt seit dem Mittelalter
  • Geschichte der Geschichtsschreibung
  • Rezeption von Antike und Mittelalter in der Neuzeit