Historisches Institut

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FAQ

Um Geschichte zu studieren, musst du Interesse für historische Begebenheiten und ihre Hintergründe mitbringen. Dabei geht es nicht etwa nur um die Geschichte grosser Männer oder verheerender Kriege, sondern auch um ökologische, soziale oder geschlechtshistorische Fragen und alles, was die Menschen zu einer bestimmten Zeit beschäftigte. Was dir in diesem Studium nützlich sein wird, ist die Fähigkeit zu selbständigem Arbeiten, sowie auch zu Teamarbeit. Geduld und Flexibilität sind von Nutzen, denn nicht immer richten sich die vorhandenen Quellen nach deinen Wünschen. Du musst das Interesse mitbringen, dir unter Umständen zu ungewöhnlichen Themen ungewöhnliche Fragen auszudenken. Wenn du dazu noch die Selbstdisziplin aufbringst, dir die Studienleistungen selber einzuteilen, dann steht dir einem Geschichtsstudium, das du zu grossen Teilen nach deinen Interessen gestalten kannst, nichts mehr im Weg.

Geschichte ist keine trockene Knochenarbeit, es liegt vor allem auch an dir, was du daraus machst. Geschichte studiert man nicht, um "alles zu wissen, was früher gewesen ist". Der Fortschritt historischer Debatten ist (für dein Studium) wichtiger als die Kenntnis einzelner historischer Ereignisse/Prozesse. Geschichte studiert man, um zu lernen, wie man an historische Ereignisse und Prozesse herangehen kann, wie man sie untersuchen und verstehen soll. Das Geschichtsstudium lehrt nicht "wie der Zweite Weltkrieg wirklich war", auch nicht "wer Zwingli wirklich war", sondern vermittelt die Instrumente, mit welchen die wissenschaftliche Beschäftigung mit historischen Fragen erst möglich wird. Willst du ein Geschichtsstudium beginnen, um "die historische Wahrheit" zu finden, bist du fehl am Platz.

Eine klassische Alternative zum Geschichtsstudium gibt es nicht. Wohl aber vermitteln dir andere Fächer der phil.-hist. Fakultät (wie Philosophie, Germanistik, Ethnologie), aber auch sozialwissenschaftliche Fächer (wie Politologie und Soziologie) teilweise ähnliches Wissen bezüglich wissenschaftlichem Arbeiten. Trotzdem würden wir diese Fächer aber nicht als Alternativen bezeichnen, sondern eher als Möglichkeit zur Vertiefungen des im Geschichtsstudium Gelernten, weshalb sich je nach deinen Interessen diese Fächer auch als Kombinationen gut eignen und typisch sind.

Im Studium werden dir hauptsächlich wissenschaftliche Methoden zum wissenschaftlich-historischen Forschen (und nicht etwa Geschichtswissen von A bis Z oder von 2000 v. Chr. bis heute) vermittelt. Dabei stehen die jeweiligen Themen, denen eher Beispielcharakter zukommt, mehr oder weniger im Hintergrund. In Vorlesungen und Übungen werden Themen tiefer betrachtet, wobei man jeweils auch mit Quellen und Texten der entsprechenden Zeit in Berührung kommt. In den Proseminaren und Seminaren deines Studiums und in den wissenschaftlichen Arbeiten, die du schreiben wirst, stehen dir schliesslich alle Möglichkeiten offen, das Gelernte vertieft anzuwenden. Inhaltlich ist es dir möglich, deine eigenen Interessenschwerpunkte zu setzen.

Der ab Wintersemester 2005/2006 geltende Bologna-Studienplan sieht einen Bachelor-Studiengang von in der Regel 6 Semestern und einen Master-Studiengang von in der Regel 4 Semestern vor. Diese beiden Studiengänge sind aufbauende Teile desselben Studiums.

Der Studienplan lässt die Möglichkeit offen, neben dem Studium einer Erwerbstätigkeit von ca. einem Tag pro Woche nachzugehen. Eine Arbeitstätigkeit von mindestens 25 Prozent wird gegenwärtig als "Studienzeit verlängernden Grund" akzeptiert. Das bedeutet, dass in einem solchen Fall die Studiendauer je nach Arbeitsbelastung um mehrere Semester verlängert werden kann. Für Studierende der Geschichte ist es im Allgemeinen sinnvoll, neben dem Studium zu arbeiten, da dir das Studium selber wenig Einblicke in eine Art "Berufsleben" gibt. Dabei hängt es aber schon sehr von dir selber ab, ob du deinen Job mit deinem Studium verbindest, oder ob du einfach nur Geld verdienen willst. Da der Studienplan verglichen mit anderen Fächern noch beträchtliche Freiheiten lässt, ist sowohl ein Nebenerwerb als auch die Kinderbetreuung möglich, es muss aber wohl in Kauf genommen werden, dass sich das Studium verlängert.

Hast du dein Geschichtsstudium abgeschlossen, bist du Historikerin resp. Historiker. Ob du aber auch als HistorikerIn arbeiten wirst, steht wahrhaftig in den Sternen. Berufsmöglichkeiten gibt es viele; eher klassisch in Archiven, Bibliotheken, im Journalismus und an Schulen. Im Weiteren bieten verschiedene Bundesämter viele Möglichkeiten für HistorikerInnen. In letzter Zeit werden Geisteswissenschaften auch immer mehr von der Privatwirtschaft entdeckt, da in diesen Studiengängen ganz spezifisch analytische Methoden unterrichtet werden. Deine Berufsaussichten sehen wir eng gekoppelt mit deinen anderen Studienfächern und deinen Berufserfahrungen während des Studiums. So gibt es viele Geschichtsstudierenden, die ihren Nebenerwerb nach Abschluss des Studiums zum Beruf machen.

Ein grosser Teil der GeschichtsstudentInnen kombiniert Geschichte mit einem Fach aus den Sozialwissenschaften (Politologie, Medienwissenschaften, Soziologie, etc.) oder einem anderen Fach der phil.-hist. Fakultät, wie z. B. einer Sprache (z.B. Germanistik, Anglistik, Romanistik) oder Philosophie, Kunstgeschichte etc. Es sind aber alle denkbaren erlaubten Kombinationen möglich und sinnvoll, je nach individuellen Interessen und Berufswünschen.

Das Geschichtsstudium ist wie die meisten anderen Fächer zweiteilig aufgebaut: in der Regel sechs Semester Bachelor- und vier Semester Master-Studiengang. Dabei werden dir im Bachelor in Proseminaren und Übungen die Grundlagen der historischen Methodenlehre vermittelt, die in Seminaren vertieft werden. Im Master spezialisierst du dich in weiteren Seminaren und Kolloquien auf historische Epochen. Zum jeweiligen Studiengang gehören schriftliche Arbeiten und Vorträge, die in ihren Anforderungen deiner Studienphase angepasst sind. Mehr Informationen dazu findest du im Studienplan und im Infobüechli der Fachschaft.

Wenn du noch irgendwelche Fragen zum Fach Geschichte oder allgemein zum Studium hast, findest du sicher im StudentInnen-Pool der SUB Geschichtsstudierende, die dir gerne auf alle deine Fragen Antwort geben. Ferner gibt es die Beratungsstelle der Berner Hochschulen und die Studienberatung des Historischen Instituts. Viele Informationen findest du auch im Infobüechli der Fachschaft Geschichte. Natürlich kannst du dich auch an den Fachschaftsvorstand wenden. Schreib uns einfach eine Email.