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Historisches Institut

Titelbild

Vlachos Grünig, Alexandra

lic. phil.  Alexandra  Vlachos Grünig
Doktorandin

Postanschrift

Universität Bern
Historisches Institut
Unitobler
Länggassstrasse 49
3012  Bern

Büro

Erlachstrasse 9a
3012 Bern

Raum 102

alexandra.vlachos@hist.unibe.ch

Telefon direkt+41 31 631 50 99

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  • Dienstag, 14-17:00

Publikationen

Publikationen / Vortraege Publikationen / Vortraege (37KB)

Dissertationsprojekt

For english information about my doctoral thesis: http://niche-canada.org/node/10152

Das Dissertationsprojekt von Alexandra Vlachos Grünig wurde vom Schweizerischen Nationalfonds (SNF) bewilligt und bis 2014 unterstützt. Folgende Zusammenfassung entspricht dem Lay Summary für den SNF:

Projekttitel (Arbeitstitel)
Der Lebensbaum (Thuja plicata) zwischen wirtschaftlicher Ressource und kultureller Identifikation. Ein Beitrag zur Kultur- und Umweltgeschichte von Haida Gwaii, British Columbia
Betreuung Prof. Dr. Christian Rohr, Historisches Institut der Universität Bern, Abteilung für Wirtschafts-, Sozial- und Umweltgeschichte
Lead Ein Baum steht auf der westkanadischen Inselgruppe Haida Gwaii (ehemals: Queen Charlotte Islands) im Zentrum einer Reihe von Konflikten zwischen Ureinwohnern (First Nations), Wirtschaft, Politik und Gesellschaft. Das Projekt analysiert dieses Spannungsfeld und seine Auswirkungen auf das Zusammenspiel der verschiedenen Interessengruppen.
Hintergrund Der Riesenlebensbaum/Arborvitae (Thuja plicata) ist im englischen Sprachraum als „Western Red Cedar“ bekannt und bildet zusammen mit Hemmlocktanne, Douglasie und Fichte den charakteristischen Küstenregenwald, der sich entlang der nordamerikanischen Westküste zwischen Gebirgskette und Pazifischem Ozean ausbreitet. Die Thuja plicata verfügt über auf dem Holzmarkt begehrtes, wetterfestes Kernholz. Auch die Ureinwohner (First Nations) der Haida verwenden praktisch ausschliesslich diese Holzart zum Bau ihrer Häuser, Kanus und Möbel, aber auch für kulturell bedeutende Objekte wie Totempfähle und Masken. Durch die unterschiedliche Nutzung und teilweise konträren Ansichten über die Art des Holzschlages entstand auf Haida Gwaii ein konfliktgeladenes Geflecht zwischen und innerhalb der verschiedenen Interessengruppen aus den Bereichen Gesellschaft, Politik und Wirtschaft. Abgesehen von seiner Eigenschaft als Ressourcenträger wurde der Baum in vielfältiger Hinsicht als „Kulturgut“ instrumentalisiert und im Falle der Haida gar als juristisches Argument im bis heute andauernden Rechtsstreit mit der kanadischen Regierung über Nutzungs- und Besitzrechte an den Inseln vorgebracht.
Das Ziel
Ziel ist eine Umweltgeschichte der Thuja plicata, die sich auf die Erinnerungs- und Identifikationsmuster der verschiedenen Akteure konzentriert und deren unterschiedlichen Auffassungen von den Begriffen „Kultur“ und „Natur“ nachgeht. Durch die „Akteur-Netzwerk-Theorie“ von Bruno Latour nimmt der Baum selbst als „nichtmenschlicher Aktant“ eine aktive Rolle ein.
Der kulturgeschichtliche Ansatz des „kollektiven Gedächtnisses“ von Jan Assmann erlaubt ergänzend eine Hervorhebung der Bilder, Symbole, Mythen und Sagen rund um den Lebensbaum.
Bedeutung Die Auseinandersetzung rund um die Thuja plicata hat 1985 mit den Blockaden gegen den Holzkonzern „Western Forest Products“ auf Lyell Island (Athili Gwaii) ihren Höhepunkt gefunden, hält aber bis heute an. Das Dissertationsprojekt ermöglicht zunächst eine historische Sichtweise auf diese Konfliktgeschichte. Ferner soll es gelingen, erstmals eine einzelne Baumsorte zum zentralen Aktanten in einer umwelt- und kulturgeschichtlichen Studie zu machen. Über den konkreten Untersuchungsgegenstand hinaus können die Ergebnisse paradigmatisch mögliche Interaktionsmechanismen bei Konfliktsituationen um Ressourcen verdeutlichen, vor allem wenn dabei die Identität und Lebensumwelt von traditionellen Gesellschaften, ökonomische, ökologische und administrative Interessen eine Rolle spielen.

Lebenslauf

  Studium der Zeitgeschichte, Ägyptologie, Journalistik und Kommunikationswissenschaft an der Universität Freiburg (CH)
2003-2008 Diverse Anstellungen am Historischen Museum Bern (BHM)
2005-2008 Projektassistentin am Historischen Museum Bern (BHM) für die Sonderausstellungen „Berns Weg in die Moderne“ und „Karl der Kühne (1433-1477)“
2010 Lizentiat
ab September 2010 Dissertationsprojekt zur Beziehung von Mensch und Lebensbaum (Thuja plicata) auf Haida Gwaii (BC, Canada) bei Prof. Dr. Christian Rohr
Universität Bern | Historisches Institut | Länggassstrasse 49 | 3000 Bern 9 | Fon +41 31 631 80 91 | Fax +41 31 631 44 10
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