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PD Dr.
Hillard
von Thiessen
Privatdozent
Universität Bern
Historisches Institut
Unitobler
Länggassstrasse 49
3000
Bern 9
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Publikationen (81KB)
Stand: September 2008 |
Forschungsprojekt, finanziert durch den Schweizerischen Nationalfonds:
Weibliche Diplomatie? Frauen als aussenpolitische Akteure (18. Jahrhundert)
Leitung: Dr. Hillard von Thiessen, Prof. Dr. Christian Windler
Die überragende Bedeutung von informellen Netzwerken für die politische Kultur der Vormoderne gilt heute als gesicherte Erkenntnis. Kategorien wie Verwandtschaft, Landsmannschaft, Freundschaft und Patronage-Klientel-Verhältnisse schufen oder verstärkten Bindungen. Das gilt auch für grenzüberschreitende Beziehungen. Bislang dominieren aber in der Forschung Ansätze, die Internationale Beziehungen als reine Staatenbeziehungen betrachten, in denen Regierungseliten – und nur diese – als Staatsdiener interagieren.
In der Habilitationsschrift wird diese Sichtweise durch einen der politischen Kultur der Vormoderne besser entsprechenden Ansatz ergänzt, welcher der bislang fast nur auf die Neueste Geschichte angewendeten transnationalen Geschichte zuzuordnen ist und akteurszentriert arbeitet. Zwar können Außenbeziehungen im 17. Jahrhundert nicht mit der Interaktionsdichte und der Vielfalt von Akteuren aufwarten, welche für die globalisierte Gegenwart typisch sind und die sich vor dem Hintergrund der sich tendenziell abschwächenden Staatsgewalt entfalten. Dennoch stellt gerade die relative Schwäche der Staatsgewalt in der Frühmoderne ein interessantes Spiegelbild zur Gegenwart dar. Noch im 17. Jahrhundert waren Loyalitätsbindungen an abstrakte Gemeinwesen schwach, suchen wir einen Staatsdienstethos selbst auf der Ebene der Diplomaten, Staatsräte und Minister vergeblich. Hingegen überwogen personale Bindungen, die sich vielfach als Patronage-Klientel-Verhältnisse beschreiben lassen.
Als Beispielsfall werden die spanisch-römischen Beziehungen im frühen 17. Jahrhundert untersucht. Sie bieten einerseits aufgrund der hervorragenden Quellenlage, andererseits aufgrund der für beide Staatswesen intensiv untersuchten Binnenverflechtung ideale Voraussetzungen.
Es werden die Beziehungskanäle und Netzwerke, offizielle wie informelle, zwischen den beiden Gemeinwesen ermittelt. Folgende Leitfragen werden verfolgt:
Ziel der Habilitationsschrift ist, über die Analyse von Außenpolitik als der Gesamtheit von personalen Netzwerken und Loyalitätssträngen zwischen zwei Gemeinwesen zu einer Neubewertung der kulturellen Grundlagen und Handlungsmöglichkeiten von Außenpolitik im Europa des 17. Jahrhunderts gelangen.
Geboren 1967 in Mannheim.
| 1988-1995 | Studium der Neueren und Neuesten Geschichte, der Politologie und der Anglistik in Kiel, Edinburgh und Freiburg i. Br. Magisterprüfung 1995; Magisterarbeit: Die Endphase der Hexenverfolgung in Freiburg im Breisgau (1632-1677). Publikation 1997. Waldseemüller-Preis 1997. |
| 1995-1996 | Erstellung des Bandes Familie, Arbeit und Alltag in Hinterzarten 1600 bis 1900 (zusammen mit Rüdiger Hitz) im Auftrag der Gemeinde Hinterzarten. Publikation 1998. |
| 1996-2000 | Mitglied im Vorstand des „Arbeitskreises Regionalgeschichte Freiburg“. |
| 1997-2001 | Promotion an der Universität Freiburg bei Prof. Dr. Wolfgang Reinhard mit der Arbeit Die Kapuziner zwischen Konfessionalisierung und Alltagskultur. Vergleichende Fallstudie am Beispiel Freiburgs und Hildesheims 1599-1750. Gefördert vom Evangelischen Studienwerk Villigst. Publikation 2002. |
| 2000-2003 | Wissenschaftlicher Mitarbeiter im Projekt Das europäische System römischer Mikropolitik 1605-1621 unter Leitung von Prof. Dr. Wolfgang Reinhard. Arbeit am Teilprojekt zu den spanisch-römischen Beziehungen. |
| 2003-2005 | Stipendiat der Gerda-Henkel-Stiftung mit dem Projekt Außenbeziehungen in Netzwerken. Außenpolitik und Verflechtung zwischen Spanien und dem Kirchenstaat, 1605-1621. |
| SS 2003 - SS 2005 | Lehrbeauftragter am Historischen Seminar der Universität Freiburg i. Br. |
| 2005-2007 | Assistent bzw. (ab Februar 2007) Oberassistent für Neuere Geschichte bei Prof. Dr. Christian Windler am Historischen Institut der Universität Bern |
| seit WS2007/08 | Vertretung des Lehrstuhls für die Geschichte der Frühen Neuzeit (Prof. Dr. Gudrun Gersmann) am Historischen Seminar I der Universität zu Köln |