Erzwungene Verständigung. Die Kommission der Historiker der DDR und der Volksrepublik Polen 1956-1990, in: Vierteljahreshefte für Zeitgeschichte 57/4 (2009), S. 497-542.
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Dr.
Stefan
Guth
SNF-Forschungsstipendiat
Universität Bern
Historisches Institut
Unitobler
Länggasstrasse 49
3000
Bern 9
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Publikationen (82KB)
Stand: September 2010 |
Erzwungene Verständigung. Die Kommission der Historiker der DDR und der Volksrepublik Polen 1956-1990, in: Vierteljahreshefte für Zeitgeschichte 57/4 (2009), S. 497-542.
Forschungsschwerpunkte bilden in chronologischer und regionaler Hinsicht die deutsche und osteuropäische Geschichte des 20. Jahrhunderts, methodisch die intellectual history, insbesondere die Historiographiegeschichte, sowie eine breit verstandene Kulturgeschichte.
Gegenwärtig arbeitet Stefan Guth an einem Postdoc-Projekt, das am Beispiel der spätsowjetischen Retortenstadt Schewtschenko (gegründet 1963) in Kasachstan der Frage nachgehen will, wie die poststalinistische Sowjetunion ihre Zukunft imaginierte. Als wichtiges Zentrum der sowjetischen Atom- und Chemieindustrie verkörperte Schewtschenko die wirtschaftliche Zukunft des Landes; angelegt als sozialistische Musterstadt, sollte es zum Laboratorium einer idealen kommunistischen Gesellschaft werden. Schewtschenko verspricht somit Aufschluss darüber, wie die spätsowjetische Führung ihren Visionen Gestalt und Anschauungswert verlieh und ob es ihr mit solchen Vorhaben gelang, breitere Bevölkerungskreise für das sowjetische Zukunftsprojekt zu mobilisieren.
Im Oktober 2009 hat Guth eine Dissertation zu den deutsch-polnischen Historiker-beziehungen im 20. Jahrhundert verteidigt. Ziel war es, den bilateralen Historikerdiskurs in seinem Verlauf nachzuzeichnen und in seiner Wechselwirkung mit den sich wandelnden ideologischen und geopolitischen Konstellationen zu untersuchen. Dabei waren folgende Phasen zu unterscheiden: Eine Phase der "negativen Interaktion" im Zeichen von Versailles 1918-1934; ein misstrauischer "Waffenstillstand" 1934-1939, Krieg 1939-1945, verordnete Freundschaft zwischen SBZ/DDR und Volksrepublik Polen 1945-1989, parallel dazu langsame Annäherung zwischen bundesdeutschen und exil-, später volkspolnischen Historikern 1956-1970, gefolgt von intensiver Zusammenarbeit in der Gemeinsamen Schulbuchkommmission seit 1972; schliesslich weitgehend ungehinderter Austausch seit 1989. Gegenstand der Untersuchung bildeten insbesondere die direkten Begegnungen beider Seiten im Rahmen internationaler und bilateraler Kongresse und Kommissionen sowie die wichtigsten beziehungsgeschichtlichen Publikationsprojekte. Im Zentrum des Interesses standen die Verwobenheit von Geschichtswissenschaft, Politik und Publizistik sowie der Diskurs zwischen den nationalen Narrativen der Beziehungsgeschichte und deren Wandel im Lauf der Zeit.
Deutschen Gesellschaft für Osteuropakunde, Klaus-Mehnert-Preis 2011 für die beste Dissertation im Bereich der Osteuropawissenschaften
Universität Bern, Institutspreis des Direktoriums für die beste am Historischen Institut abgeschlossene Dissertation, 2010
Universität Zürich, Semesterpreis für die beste Semesterarbeit am Historischen Institut, verliehen für eine Arbeit über Nikita S. Chruščev, 2001
Universität Bern, Semesterpreis der historisch-philosophischen Fakultät für eine Semesterarbeit zur bäuerlichen Gerichtsbarkeit in Russland um 1875, 1998
| 2013-2014 | Visiting Fellow am Center for Russian, East European and Eurasian Studies an der Universität Stanford |
| 2012-2013 | Forschungsaufenthalte in Moskau, Aktau und Almaty |
| April 2012- März 2014 | Stipendiat des Schweizerischen Nationalfonds (Stipendium für Fortgeschrittene Forschende) |
| 2011 | Lehrbeauftragter, Universität St. Gallen, School of Humanities and Social Sciences, im Rahmen des Lehrstuhls für Gesellschaft und Kultur Russlands |
| 2009-2011 | Assistenz für Neueste Geschichte am Lehrstuhl von Prof. Dr. M. Cattaruzza |
| 2010 | Gastwissenschaftleraufenthalt am GWZO Leipzig (Oktober-November) |
| 2009 | Verteidigung der Dissertation zum Thema: „Zwischen Konfrontation und Verständigung. Der deutsch-polnische Historikerdialog im 20. Jahrhundert“ |
| 2007-2008 | Stipendiat des Karman Center for Advanced Studies in Humanities |
| 2006-2007 | Stipendium des Schweizerischen Nationalfonds. Archivaufenthalte in Warschau, Posen, Berlin und Koblenz |
| Seit 2003 | Assistenz für Neueste Geschichte am Lehrstuhl von Prof. Dr. M. Cattaruzza |
| 2003-2009 | Mitarbeit an einem Forschungsprojekt unter Leitung von Prof. Dr. U. Schmid zu faschistischen Tendenzen im kulturellen Leben Polens in der Zwischenkriegszeit |
| 2003 | Lizentiat mit einer Arbeit zu den deutsch-polnischen historiographischen Beziehungen in der Zwischenkriegszeit unter dem Titel: Der Warschauer Historiker-kongress 1933 – deutsche und polnische Positionen |
| Seit 1998 | Wissenschaftlicher Mitarbeiter beim Forum Ost-West, Informationszentrum für Mittel- und Osteuropa, Bern. |
| 1996-2003 | Studium der Geschichte und Slavistik (Russistik / Polonistik) in Bern, Zürich und Freiburg i.U. Studien- und Sprachaufenthalte in Moskau, Chabarovsk, Krakau und Warschau. Hilfsassistenz am Historischen Institut der Universität Bern |