| Leitung | Prof. Dr. Marina Cattaruzza |
| Leitung | Prof. Dr. Lukas Meyer |
| Postdoktorandin | Dr. Regula Ludi |
| Doktorandin | Sandra Matteotti |
| Doktorandin | Jenny Tillmanns |
| Doktorand | Dr. Stefan Guth |
Geschichte ist in den letzten Jahren in wachsendem Ausmass zum Gegenstand kultureller, politischer, moralischer und rechtlicher Auseinandersetzung geworden. Mit dem Ende des Kalten Krieges stand nicht nur die Aufarbeitung der kommunistischen Vergangenheit an, sondern auch ungelöste Probleme aus der Zeit des Nationalsozialismus brachen wieder auf. Demokratisierungsprozesse in verschiedenen Teilen der Welt erforderten die Bewältigung der Hinterlassenschaft von Diktatur, Bürgerkrieg und Menschenrechtsverletzungen. Weltweit haben sich seit den 1980er Jahren Wahrheitskommissionen als ein neues vergangenheitspolitisches Instrument zur Lösung von solchen Problemen durchgesetzt. Deren Arbeit war keineswegs unbestritten. Sie löste in der Öffentlichkeit Kontroversen aus, die unterschiedliche Begriffe von Wahrheit und Gerechtigkeit zu Tage förderten. In Fachkreisen ist auch die Befürchtung laut geworden, dass sich die Rollen von Historikern und Richtern in solchen Kommissionen zunehmend überschnitten und das mit fatalen Folgen sowohl für die Wahrheit als auch für die Gerechtigkeit. Die aktuelle politische Relevanz historischen Unrechts und die Bedeutung, die verschiedenen Disziplinen bei der Aufarbeitung belastender Vergangenheiten zukommt, stellt die Wissenschaft vor neue Herausforderungen. Dies erfordert eine vertiefte Reflexion auch auf deren Implikationen für das Selbstverständnis und die gesellschaftliche Funktion der Wissenschaft. Mit solchen Fragen beschäftigt sich die Projektgruppe im Rahmen eines interdisziplinären Dialogs zwischen Geschichte und Philosophie, zwischen Kulturwissenschaften und Recht.
Bei unseren Überlegungen stehen folgende Fragen im Vordergrund: