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Petitions in Times of Change. Experiencing Revolutionary Change and Voicing Interests in the City of Berne around 1800
| Leitung | PD Dr. Andreas Würgler |
| Mitarbeiter | Philippe Oggier |
| Mitarbeiter | Simon Seiler |
1.8.2007 - 31.7.2012
Finanziert vom Schweizerischen Nationalfonds zur Förderung der wissenschaftlichen Forschung (SNF)
Das Projekt „Bitten im Wandel“ untersucht die „Kultur des Bittens“ in einer epochalen Umbruchzeit am Beispiel der Helvetischen Republik (1798-1803). Fokussiert wird auf die Perspektive von Betroffenen, die zugleich Akteure sind. Indem sie nämlich ihre Erfahrungen mit den Ereignissen und dem neuen politischen System nicht nur passiv erdulden, sondern ihre Anregungen und Proteste unter anderem in Form von in Bittschriften und Petitionen den Behörden kommunizieren, wirken sie durch die Artikulation ihrer Interessen aktiv an der konkreten Ausgestaltung der Revolutions- und Reformära vor Ort mit. Die Verschränkung erfahrungsgeschichtlicher und akteurszentrierter Ansätze eignet sich besonders dazu, die Funktionen von Bittschriften in der Kommunikation von Untertanen oder Bürgern mit staatlichen Instanzen zu erfassen.
Die Auswahl der Stadt Bern garantiert eine grosse soziale Breite der Bittstellerinnen und Bittsteller, die ihre milieu-, geschlechts- und generationen- oder altersspezifischen Erfahrungen mit den Veränderungen zur Diskussion stellen. Die günstige Quellenlage auf kommunaler (Stadtarchiv, Bern), kantonaler (Staatsarchiv, Bern) und nationaler (Bundesarchiv, Bern) Ebene ermöglicht sowohl die nötige Kontextualisierung der Bitten, als auch die konkrete Textanalyse und damit eine differenzierte Interpretation. Dabei wird es nicht nur um die soziale Verortung der Bittstellerinnen und Bittsteller gehen, sondern auch um die spezifischen Inhalte, die sie vorbringen, die Sprachstile, die sie verwenden, die Werte, an die sie appellieren, und schliesslich die Behandlung, die ihren Anliegen zu Teil wird.
Das Projekt zielt vor allem auf neue Resultate in den drei folgenden Bereichen:
Aus schweizergeschichtlicher Perspektive dient das Projekt der praxisnahen Aufarbeitung jener Epoche, die als Helvetische Revolution und Republik bekannt ist. Der Zugang über konkrete Alltagserfahrungen des Umbruchs könnte zu einer Entideologisierung der historischen und politischen Debatte über diese Epoche beitragen und deren Bedeutung für die Entwicklung des nationalen Bewusstseins und des schweizerischen Verfassungsstaates neu justieren.
„Facing the Revolution. Reactions and Responses to French Expansion in Europe, 1792-1815 / Im Angesicht der Revolution. Reaktionen auf die französische Expansion in Europa, 1792-1815”, Trient (Italien), gemeinsam mit Cecilia Nubola (Istituto storico italo-germanico in Trento), 24.-25. Januar 2008.
„Dancing with the Enemy. Cultural and Social Relations in Cities occupied by French Troops (1792-1815)“
Specialist Session S4 an der 9th International Conference on Urban History: Comparative History of European Cities, European Association for Urban History, Lyon (Frankreich), 27.-30. August 2008.
Die Grenzen des Zumutbaren. Leidensbereitschaft und Gegenwehr der Zivilbevölkerung in militärisch besetzten Gebieten (Schweiz 1792-1815) / Les limites du supportable. La population civile en territoires occupés entre souffrance et résistance (Suisse 1792-1815)
Panel an den 2. schweizerischen Geschichtstagen, organisiert von der Schweizerischen Gesellschaft für Geschichte SGG in Basel, 4.-6. Februar 2010.